Dipl. –Ing. Architekt Jakub Sztur im Interview

Portrait Herr Sztur

Kurz Vita

Gründer und Geschäftsführer des Architekturbüros SzturArchitekten GmbH aus Aachen und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehr- und Forschungsgebiet „Planen und Bauen im Bestand“ der Universität Siegen. 

Ausbildung

Studium der Architektur an der RWTH Aachen
Abschluss: Diplom Ingenieur

Mitgliedschaft

der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen der
L´Ordre des architectes en Île de France


Herr Sztur, was macht die modulare Bauweise speziell für Architekten interessant – und ist da ein Wandel spürbar?

Die großen Schlagwörter sind sicherlich: gleichmäßige, höhere Qualität und kürzere Bauzeit. Geringere Baukosten werden auch oft genannt, wobei das meiner Meinung nach nur bedingt zutrifft und auch dem Mehrwert der Modularen- oder Systembauweise nicht gerecht wird.

Für den Architekten bieten die Systeme aus meiner Sicht auch die Möglichkeit einen größeren Fokus auf die Architektur/Gestaltung zu legen. Der Planer kann sich mehr um Materialien, Fassaden, Grundrisse oder Kubatur kümmern, da die modularen Systeme in der Regel konstruktive Lösungen parat haben und in der Alltagsarchitektur sichtbare Tragwerke oder andere konstruktive Details, aufgrund bauphysikalische Vorgaben, gestalterisch kaum eine Rolle mehr spielen. Klar man plant in Systemen doch sind wir ehrlich: das machen wir auch heute bereits in jeglicher Bauweise.

Mit Blick auf die Zukunft bieten die modularen- oder Systembauweisen noch mehr. Betrachtet man parametrische Entwürfe an den Hochschulen, wäre nur die industrielle Fertigung in der Lage diese im bezahlbaren Rahmen umzusetzen. Unser Büro arbeitet zudem für die Automobilindustrie und deshalb kenne ich durchaus das Potential der industriellen Fertigung.  Mit Blick in die Zukunft könnte die modulare Bauweise das Fundament sein, welches die gestalterischen neuen Freiheiten überhaupt erst ermöglicht.

Derzeit habe ich eher das Gefühl, dass viele Planer befürchten, dass durch die Vorfertigung das Gegenteil eintritt und die gestalterischen Möglichkeiten begrenz werden.

 

Sie geben im nächsten Semester einen Kurs für Masterstudenten der Architektur an der Universität Siegen über Modulares Bauen. In den Köpfen entsteht dabei ja häufig das Bild eines Seecontainers – wie machen Sie den Unterschied begreifbar?

Mit der Assoziation des Seecontainers könnte man noch arbeiten, da es hier durchaus gute Beispiele gibt. Gravierender ist das Bild des Baustellencontainers, das sich in vielen Köpfen festgesetzt hat.

In dem Seminar wollen wir als erstes die Grundlagen der modularen- und Systembauweisen sowie der industriellen Fertigung kennenlernen und diskutieren. Gemeinsam werden wir Referenzen recherchieren und aus der Sicht des Architekten nach gestalterischen und funktionalen Kriterien bewerten. Im weiteren Verlauf werden wir die Systeme als Konstruktionsraster betrachten in dem wir uns sonst frei bewegen können, um so an die Grenzen zu gehen und prominente, konventionell gebaute Gebäude in modularer Bauweise neu zu interpretieren.

 

Denken Bauherren bei Neuprojekten überhaupt an modulare Möglichkeiten?

Im Gewerbe und Industriebau kommt es durchaus vor, dass Auftraggeber in diese Richtung denken. Beim Wohnungsbau interessiert dies eher in Bezug auf temporäres Bauen.

Modulares Bauen hat sich noch nicht als Option für „permanente“ Gebäude durchgesetzt.

Dafür fehlen gute gebaute Referenzen. 


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