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Nachhaltig Bauen – ohne Sand und Beton

Catherine Thiebaut | 14.01.2022
Nachhaltig bauenModulares bauenInnovation

Nachhaltig Bauen – ohne Sand und Beton

Die Elbphilharmonie, das Sydney Opera House und Dubais berühmter Wolkenkratzer Buri Khalifa haben eines gemeinsam: Sie bestehen aus Beton und Sand. Beide Baustoffe geraten jedoch in puncto Ökologie immer mehr in die Kritik.

Erhöhter Betonbedarf in der Baubranche

Beton ist der meistgenutzte Baustoff der Welt. Zu seiner Herstellung werden neben Zement und Wasser große Mengen an Sand und Kies benötigt. Aktuell verbrauchen wir weitaus mehr Sand, als die Natur nachliefert. Grund für die rasant steigende Nachfrage ist der weltweit immense Bauboom, der vom Bevölkerungswachstum und der zunehmenden Verstädterung angetrieben wird. Schätzungen zufolge ist der Bedarf an den feinen Körnern in den vergangenen 30 Jahren um rund 360 Prozent gestiegen; mittlerweile steht Sand beim weltweiten Ressourcenverbrauch an zweiter Stelle hinter dem Wasser.

Eine knapper werdende Ressource

Doch Sand zum Bauen ist ein knappes Gut, es gibt ihn leider nicht „wie Sand am Meer“. Zwar ist Wüstensand in riesigen Mengen vorhanden, dieser eignet sich aufgrund seiner gleichmäßig runden Form jedoch nicht zum Bauen. Sand für die Bauindustrie dagegen hat eine kantige, unregelmäßige Struktur; er wird überwiegend in der Nähe von Flüssen und Meeren abgebaut. Dieser Sand entsteht über Jahrmillionen durch Verwitterung und Abtragung von Steinen aus Gebirgen, die, über Bäche und Flüsse transportiert, weiter zerkleinert werden und schließlich in unterschiedlichen Korngrößen in die Meere gelangen.

Der Preis des Sandabbaus ist hoch, die Schäden immens. Bagger zerstören Strände, Wälder und Ackerland und damit auch den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. In Indonesien sind bereits ganze Inseln verschwunden; in Indien, Malaysia, Thailand und Kambodscha wurden ganze Strände abgetragen. Bauern in Ghana haben fruchtbare landwirtschaftliche Flächen und damit oft ihre Lebensgrundlage verloren. In Deutschland leiden Natur- und Kulturlandschaften unter dem Abbau von Sand, und der Widerstand seitens der Bürger nimmt zu.

Beton als Baustoff: Vor- und Nachteile

Auf der anderen Seite hat der beliebte Baustoff Beton viele Vorteile: Er ist robust, nicht brennbar, wärmespeichernd und schallschluckend. Für Beton braucht es aber auch das Bindemittel Zement, dessen Herstellung sehr energie- und emissionsintensiv ist. So verursacht die Produktion einer Tonne Zement in Deutschland CO2-Emissionen von rund 600 Kilogramm. Weltweit ist die Zementherstellung für rund acht Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich.

Nachhaltige Baumaterialien

Angesichts dieser mit Sand und Beton verbundenen Probleme arbeiten Forscherinnen und Forscher weltweit an Lösungen, um Prozesse ökologisch zu verbessern. Ebenso gelten Recycling und alternative Materialien als mögliche Optionen. Ein großes Potenzial sehen Experten zudem in Bauweisen, die auf die kritisierten Verbundstoffe weitgehend verzichten. Modulbauten von ALGECO entstehen ohne Sand und Beton. Im Kern bestehen sie aus Einheiten in Stahlrahmenbauweise, die miteinander zu ganzen Gebäuden verbunden werden. Der Ökobaustoff Stahl lässt sich fast unendlich wiederverwenden und stellt somit eine nachhaltige Alternative dar. „Der Verzicht auf Beton ermöglicht es uns, die Module, Bauteile und Materialen sortenrein zu trennen, einfach wiederzuverwenden oder zu recyceln“, sagt Kai Reese, Head of Business Development und Marketing bei ALGECO. „Indem wir Materialien langfristig in Kreisläufen führen, anstatt sie zu verbrauchen, schonen wir Klima und Natur.“


Quellen:
baunetzwissen.de, trademachines.de, dabonline.de, daserste.de, chemietechnik.de, tagesspiegel.de

Autor

Catherine
Thiebaut

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